Der Typ Cryptocrystalline (CC)

Mikrometeorite des Typs Cryptocrystalline sind optisch vielfältig, sowohl in Farbe, Oberflächenstrukturen als auch Form. Rund 20-30 % aller Mikrometeorite > 100 µm werden dem Typ CC zugeordnet. Sie lassen sich in drei Varianten untergliedern:

  • Cryptocrystalline, Variante normal (CC-n = CC-normal)
  • Cryptocrystalline, Variante Turtleback (CC-t = CC-Turtleback)
  • Cryptocrystalline, Variante Microcrystalline (CC-mc)

Die drei Varianten werden im Folgenden getrennt charakterisiert.

Lichtbilder CC-n, CC-t und CC-mc
Lichtbilder von den drei Varianten des Typs Cryptocrystalline (CC) (THMM150, THMM214, THMM817)
THMM206 BSE sectionTHMM319 BSE section
THMM517 BSE sectionTHMM220 BSE section
Elektronenmikroskopaufnahmen von Querschnitten der drei Varianten des Typ Cryptocrystalline (CC). A: Cryptocrystalline – normal (THMM206); B: Cryptocrystalline – Turtleback (THMM319); C: Cryptocrystalline – Microcrystalline (THMM517); D: Cryptocrystalline – Microcrystalline (THMM220).

Crytocrystalline, Variante normal

Sie sind unter dem Stereomikroskop oft durch eine glänzende glatte oder sehr fein strukturierte Oberfläche gekennzeichnet. Sie lassen sich meist gut von urbanen Sphärulen unterscheiden und sind gut zu erkennen. Die meisten Sphärulen sind dunkelgrau bis schwärzlich, nicht selten weisen diese aber auch andere Farben auf.

Farbige Mikrometeorite des Typs CC-n
Farbige Vertreter des Typs Cryptocrystalline, Variante normal (CC-n) sind meist braun (THMM948, THMM770, THMM720), grün(braun) (THMM267, BMM-S7-2) oder elfenbeinfarbig (THMM140).

Die Form ist meist länglich ovalförmig (ellipsoid) mitunter mit einem etwas spitz zulaufenden Ende. In etwa der Hälfte der Fälle befindet sich mindestens ein Metalltropfen am verlängerten Ende. Eine Metallkruste an der Oberfläche um den Metalltropfen herum treten bei etwa 15 % der Sphärulen dieses Typs auf. Vertiefungen durch Absonderung der Metallschmelze vom silikatischen Körper („escape holes from metalbeads“) sind seltener zu beobachten. In Einzelfällen läuft ein Ende der Spärule in einer glasähnlichen Schmelze aus („tailed“), die in seltenen Fällen zu einem längeren Fortsatz ausgezogen sein kann. Entgasungslöcher an der Oberfläche sind sehr selten.

Mit Hilfe eines Elektronenmikroskop wird erkennbar, dass an deren Oberfläche oft noch einige kleine Magnetitkristalle vorkommen, dendritische Magnetitkristalle sind aber die Ausnahme.

THMM423 BSE- und Lichtbild
THMM320 BSE- und Lichtbild
THMM720 BSE- und Lichtbild
Vertreter des Typs Cryptocrystalline, Variante normal (CC-n), links Elektronenmikroskopaufnahme, rechts Lichtaufnahme des gleichen Partikels. A: ovale Form (THMM423); B: unregelmäßigere Form (THMM320); C: bräunlich, magnetitfrei (THMM720).
THMM401 BSE- und Lichtbild
THMM289 BSE- und Lichtbild
THMM538 BSE- und Lichtbild
Verschiedene Merkmale, die beim Typ Cryptocrystalline, Variante normal (CC-n) beobachtet werden können (links Elektronenmikroskopaufnahme, rechts Lichtaufnahme des gleichen Partikels). A: Metalltropfen und Metallkruste um den Metalltropfen herum (THMM401); B: Ausgezogenes (hier fast glasartiges) Ende („tail“) (THMM289); C: scharfkantige Strukturen (THMM538).

Der innerer Aufbau ist feinstkristallin und lässt oft keine geordneten Strukturen erkennen, stellenweise sind aber noch feine gebänderte Kristalle erkennbar. Magnetitkristalle im Innern sind klein bis nicht mehr erkennbar.

THMM206 BSE sectionTHMM423 BSE section
THMM401 BSE sectionTHMM386 BSE section
Anschliffe von Vertretern des Typs Cryptocrystalline, Variante normal (CC-n). Es sind überwiegend keine Strukturen zu erkennen, partiell doch öfters feine Bänderungen. Magnetitkristalle fehlen oder sind klein. A: THMM206; B: THMM423; C: THMM401; D: THMM386.

Crytocrystalline, Variante Turtelback

Sie sind unter dem Stereomikroskop oft anhand ihrer charakteristischen Form und der tiefschwarzen Farbe erkennbar. Die knubbelige Überfläche resultiert daher, dass die Kristallisierung an verschiedenen Stellen der Oberfläche eingesetzt hat (erhöhte Stellen) und dann die Kristalle zusammengewachsen sind (vertiefte Stellen). Insgesamt sind die Sphärulen oft ausgesprochen rundlich.

Metalltropfen und Vertiefungen sind recht selten. PGE nuggets wurden bei etwa 10 % der Sphärulen beobachtet und damit etwas häufiger als bei den anderen Typen des S-Type. Mangetitkristalle fehlen an der Oberfläche nicht selten ganz, oft kommen jedoch einzelne, und in Vertiefungen gelegentlich auch dendritische Magnetitkristalle vor. Ihr innerer Aufbau ist feinkristallin.

THMM319 BSE- und Lichtbild
THMM619 BSE- und Lichtbild
THMM416 BSE- und Lichtbild
THMM626 BSE- und Lichtbild
THMM503 BSE- und Lichtbild
THMM375 BSE- und Lichtbild
Vertreter des Typs Cryptocrystalline, Variante Turtleback (CC-t), links Elektronenmikroskopaufnahme, rechts Lichtaufnahme des gleichen Partikels. A: ausgeprägte Form, keine Magnetite (THMM319); B: ausgeprägte Form, keine Magnetite (THMM619); C: ausgeprägte Form, Magnetite in Vertiefungen (THMM416); D: ausgeprägte Form, Magnetitkristalle auf den Erhebungen (THMM626); E: schwächer ausgeprägte Form, keine Magnetite (THMM503); F: schwach ausgeprägte Form (Übergang zu CC-n), keine Magnetite aber ein PGE-Tröpfchen (bestehend aus Platingruppen-Elementen) (THMM375).
THMM1015 Lichtbild
Ungewöhnliche langgestreckte Form eines Vertreters des Typs Cryptocrystalline, Variante Turtleback (THMM1015).
THMM319 BSE sectionTHMM150 BSE section
Anschliffe von zwei typischen Vertretern des Typs Cryptocrystalline, Variante Turtleback (CC-t). In der feinkristallinen Struktur lässt sich ein netzartiges Muster von eisenhaltigeren (hell) Kristallen erkennen. Magnetitkristalle sind erkennbar. A: THMM319; B: THMM150.

Crytocrystalline, Variante Microcrystalline

Unter dem Stereomikroskop sind sie meist als matte, dunkelgraue bis schwarze rundliche oder ellipsoide kompakte Sphärulen zu erkennen. Sie enthalten stellenweise gebänderte Olivinekristalle aber auch feinstkristalline Partien und können auch als Übergangstyp zwischen Barred Olivine zu Cryptocrystalline (normal oder Turtleback) angesehen werden. Sie ist die häufigste der drei Varianten. Einzelne und dendritische Magnetitkristalle sind an der Oberfläche meist vorhandeln. Metalltropfen sind eher selten.

Mikrometeorite Typ CC-mc (1)
Vertreter des Typs Cryptocrystalline, Variante Microcrystalline (CC-mc) mit „buckeliger“ Oberfläche: Übergangsform BO – CC-t (THMM254, THMM214, THMM517, THMM113).
Mikrometeorite Typ CC-mc (2)
Vertreter des Typs Cryptocrystalline, Variante Microcrystalline (CC-mc) mit ellipsoider Form: Übergangsform BO – CC-n (THMM545, THMM330, THMM577).

Der innere Aufbau zeigt sowohl feinkristalline Bereiche als auch Bereiche mit größeren Kristallen, nicht selten in einem Gradienten ausgeprägt. Wenn gebänderte Olivine vorkommen, dann sind diese nur stellenweise vorhanden (Übergang zu Barred Olivine). Dendritische Magnetitkristalle sind die Ausnahme.

THMM507 Licht-, BSE-Bild, BSE section
THMM202 Licht-, BSE-Bild, BSE section
THMM220 Licht-, BSE-Bild, BSE section
Mikrometeorite des Typs Cryptocrystalline, Variante Microcrystalline (CC-mc) unterschiedlicher Ausprägung (links Lichtfoto, mittig: Elektronenmikroskopaufnahme, rechts Elektronenmikroskopaufnahme des Querschnitts); A: THMM507, B: THMM201, C: THMM220. Gemeinsam ist allen dreien, dass sie sowohl an der Oberfläche als auch im Anschliff sowohl feinkristalline als auch grobkristalline Bereiche zeigen.

zur Klassifikation der Mikrometeorite